Schüleraustausch in den USA

USA-Steckbrief
Hauptstadt
Washington D.C.
Fläche
9.826.675 km²
Währung
US-Dollar
Klima
überwiegend gemäßigt
Staatsform
Förderale und präsidentielle Republik
Einwohner
ca. 327,8 Mio.
Sprache
Englisch
Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Clayallee 170
14191 Berlin
Tel.: 030-8305-0
https://de.usembassy.gov/de/


Das Schulsystem in den USA
Die schulischen Leistungen liegen, vor allem beim Lesen und Schreiben, eher auf einem niedrigeren Niveau. Jährliche Tests sollen eine Verbesserung dieser Situation schaffen. Die Schulpflicht unterliegt den Regelungen der einzelnen Bundesstaaten und besteht meist bis zum 16. oder 18. Lebensjahr.
Abhängig von den Regelungen der einzelnen Bundesstaaten besuchen die Schüler sechs bis acht Jahre lang die Elementary School (Grundschule), im Anschluss folgt meist die sogenannte Middle School bzw. die traditionellere Junior High School als Vorbereitung auf die High School. Die uns geläufige Aufteilung in Gymnasium, Real- und Hauptschule existiert in den USA nicht. Auf der High School erfolgt die Bezeichnung der Klassenstufen nicht nach Zahlen wie bei uns, sondern mit verschiedenen Namen: so tragen die Neuntklässler den Titel „freshman“ (Anfänger, Schüler im ersten Jahr), die Zehntklässler sind „sophomores“, die Elftklässler nennen sich „juniors“ und die Zwölftklässler „seniors“.
Wie auch in anderen Ländern gibt es bestimmte Pflichtfächer wie Geschichte, Englisch oder Mathematik. Daneben kann man aber auch sehr interessante Fächer belegen, die in Deutschland gar nicht oder nur selten angeboten werden, wie zum Beispiel Psychology, Design, Theatre, Photography und viele mehr. Jeder Schüler wählt und belegt fünf bis sieben Kurse, die dann täglich wiederkehrend in gleichbleibender Reihenfolge unterrichtet werden.
Es gibt zwar keine Schuluniform, dafür aber einen „Dress-Code“, also bestimmte Festlegungen in Bezug auf die Farbe und den Stil der Kleidung. Daneben haben viele Schulen strenge Auflagen, was das Tragen von Schmuck, insbesondere von Piercings, oder ausgefallenen Frisuren angeht. Das Schuljahr beginnt im August bzw. September und endet im Mai bzw. Juni. Dazwischen liegen die Weihnachts-, Oster- und Sommerferien.
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USA-Blog

Ich bin 35. Schon! In meinem Alter beginnt es, dass man nicht mehr gerne sein Alter verrät -die 4 vorne ist schließlich schon in Sichtweite. Außerdem war es doch erst gestern, als ich 15 war und die Entscheidung traf, an einem Schüleraustauschprogramm in die USA teilzunehmen… oder?!? Ich kann es…
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Erfahrungsberichte
Nathalie, 16, verbrachte ein ganzes Jahr in Texas.
Ein ganzes Jahr würde ich sie nicht sehen. Ich würde sie sehr vermissen, das war mir klar. Deswegen war es schön, dass ich am Flughafen in Frankfurt noch ein bisschen Zeit mit meiner Familie hatte. Es war nicht einfach, auf Wiedersehen zu sagen, obwohl ich mich schon total auf Texas, meine Gastfamilie und auch meine Schule gefreut habe. Es ist nie einfach, jemanden zurück zu lassen, den man liebt. Egal ob Freunde, Familie oder sogar den festen Freund. Auf der einen Seite war der Abschied schwer, aber auf der anderen Seite wusste ich, dass ich alle in zehn Monaten wiedersehen würde. Und so stieg ich mit all den anderen Austauschschülern in das Flugzeug und ließ mich ein auf mein Abenteuer Amerika!
Ich weiß noch ganz genau, wie wir alle die Rolltreppe herunterfuhren und zum ersten Mal unsere Gastfamilien sahen. Wir wollten alle wieder zurück nach Hause und vielleicht war der erste Moment auch ein bisschen komisch, aber der zweite war dann schon perfekt. Von Anfang an schloss ich meine Gastfamilie ins Herz. Eine Familie, die ganz anders als meine Familie in Deutschland ist. Hier habe ich einen Bruder, der älter ist als ich. Also war ich immer die kleine Süße, die vielleicht auch ein bisschen bevormundet wurde. Doch plötzlich hatte ich fünf Gastgeschwister, alle jünger als ich, zwischen 4 und 11 Jahren. Es war erst einmal eine Umstellung, die aber nicht sehr schwer war und mir auch super gut gelang. Obwohl wir vier Mädels in der Familie waren, gab es bei uns nie Zickenkrieg. Ich war die große Schwester, die auch mal abends eine Geschichte vorgelesen hat oder auch bei den Hausaufgaben geholfen hat. Und dann war ich wieder die Freundin, die auch im Winter mal gerne in den eiskalten Pool gesprungen ist, Fahrradtouren unternommen und mit den Hunden gespielt hat.
Natürlich gab es bei uns auch mal Streit, was aber auch in jeder normalen Familie vorkommt. Doch vielleicht werdet auch ihr merken, dass es dann noch mal einen Unterschied macht, ob eure Mutter sauer auf euch ist oder eure Gastmutter, weil ihr beispielsweise vergessen habt pünktlich die Spülmaschine auszuräumen und es bis zum letzten Drücker hinausgezögert habt. Ich könnte jetzt bestimmt noch zehn Seiten schreiben und erzählen, wie toll meine Gastfamilie ist und wie sehr ich sie lieb hab, aber wichtig ist nur, dass für mich persönlich einfach die beste und auch passendste Familie ausgewählt wurde, die ich mir hätte wünschen können. Es waren Kleinigkeiten, die mir das Eingewöhnen in die neue Umgebung erleichterten. Meine Gastmutter hat mich oft schon früher in die Schule gefahren, damit ich noch Dinge aufarbeiten konnte, oder sie hat mich auch vom Training abgeholt, das nach der Schule stattfand. Außerdem hat sie mich ins Kino gefahren, zu Freundinnen und auch zur Mall. Sie war und ist wie eine zweite Mutter für mich und nach diesem Jahr habe ich nicht nur eine sondern zwei Familien, genauso wie ich ein zweites Zuhause habe, wo ich immer willkommen bin.
Auch in der Schule dauerte es nicht lange, bis ich Anschluss gefunden hatte. In meinen Klassen waren alle interessiert und auch gespannt, was ich über Deutschland zu erzählen hatte. Ich habe super schnell Freunde gefunden, mit denen ich ins Kino, in die Mall, zu Footballspielen, zu Eishockeyspielen und vielem mehr gehen konnte. Auch dadurch, dass ich Lacrosse gespielt habe, fand ich in meinem Team schnell Freunde und habe mich sofort wohlgefühlt. Die Gemeinschaft wird in den USA sehr groß geschrieben und auch durch verschiedene Sportteams, Clubs usw. in der Schule stark gefördert. Mit meinen Lehrern habe ich mich sehr gut verstanden und ich fand es auch sehr interessant, wie wissbegierig sie waren und was sie über mich und Deutschland wissen wollten. Am Anfang fand ich es amüsant, wie schwer es mir gefallen ist, Namen zu verstehen und mir diese auch zu merken. Ich habe halt einfach mal jemanden angesprochen, und der oder die fand es dann auch immer cool und kam mit mir ins Gespräch. Die ersten zwei Monate war ich vielleicht noch Deutsche, aber spätestens ab dem dritten Monat haben mich alle wie eine Amerikanerin behandelt und gesehen und das war einfach das Beste, was mir passieren konnte.
Dieses Jahr hat mich geprägt. Es gibt nur wenige, die in einem Jahr so schnell erwachsen werden. Durch dieses Jahr hat sich bei mir alles verändert. Ich habe mich weiterentwickelt, ich weiß, was ich will, und ich weiß auch, dass ich für meine Träume kämpfen muss. Wenn ich könnte würde ich alles noch mal genauso machen, denn es ist wichtig, Chancen in seinem Leben zu ergreifen!

Literatur- & Filmtipps
Filme
12 Years a Slave (2014)
Historiendrama mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender u.a.
Boyhood (2014)
Drama mit Ellar Coltrane, Patricia Arquette u.a.
Das Streben nach Glück (2006)
Drama mit Will Smith, Jaden Smith u.a.
Little Miss Sunshine (2006)
Tragikomödie mit Abigail Breslin, Greg Kinnear u.a.