Schüleraustausch in Brasilien

Schüleraustausch in Brasilien: 11 Monate lang 9.590 km von zu Hause weg


Ein Auslandsjahr ist niemals einfach. So passen manchmal einfach Austauschschüler und Gastfamilie nicht zusammen. Dies kann auch Lea bestätigen, die für ihren Schüleraustausch nach Brasilien ging. Wie sie mit den Problemen umgegangen ist und wie ihr Auslandsjahr dennoch ein voller Erfolg wurde, erzählt sie hier:


OI; TUDO BEM?

(Das ist hier die Standardbegrüßung auf Portugiesisch und bedeutet so etwas wie „Hallo, alles klar?“)

Mein Name ist Lea, ich bin 15 Jahre alt und wohne normalerweise in Bayern. Allerdings verbringe ich im Moment ein Auslandsjahr in der Kleinstadt Guarapari im Südosten von Brasilien.

Am 7. August bin ich aufgebrochen, habe meine Heimat verlassen und meine große Reise gestartet. Organisiert und betreut wird mein Auslandsjahr durch die Austauschorganisation yfu. Jedoch hat mir erst das „Botschafter Bayerns“-Stipendium vom bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus diese einmalige Chance ermöglicht. Dementsprechend kann ich meine Dankbarkeit überhaupt nicht in Worte fassen, es ist einfach unbeschreiblich!!

 

Schüleraustausch in Brasilien - Erfahrungsbericht von Lea

 

BEM-VINDO AO BRASIL! – Willkommen in Brasilien –

Mit diesem Blogpost möchte ich euch Einblicke in meinen Schüleraustausch in Brasilien geben sowie von Erfahrungen und Erlebnissen berichten – von schönen Zeiten aber auch von schwierigen. Denn beides ist unzertrennbar mit einem Auslandsjahr verbunden. Jeder Austauschschüler hat seine persönlichen Hindernisse, die er überwinden muss, und Schwierigkeiten. Doch der eine hat mehr, der andere weniger. In den ersten vier Monaten hatte ich schon viele Probleme, aber dennoch habe ich meine Entscheidung nie bereut und bin unfassbar dankbar.

 

Probleme mit der Gastfamilie

Alles begann mit meiner ersten Gastfamilie, denn diese war mir von Anfang an nicht sympathisch und ich habe mich nicht herzlich aufgenommen gefühlt. Dennoch habe ich mein Bestes gegeben, um mich anzupassen und einzuleben, aber ich hatte auch nach etwas mehr Zeit keine Beziehung zu ihnen. Dies und noch weitere Gründe haben dazu geführt, dass ich meine Gastfamilie wechseln wollte.

Allerdings hatte ich dort eine unfassbar liebe Klasse und großartige Freunde gefunden. In der schwierigen Phase mit meiner Gastfamilie war sie eine wichtige Stütze für mich, haben mir sehr geholfen und meine Zeit dort trotz der Probleme zu einer schönen gemacht. Mit ihnen habe ich viel gelacht, erlebt und war einfach glücklich! Sie haben mir durch Kleinigkeiten gezeigt, wie sehr sie mich in so kurzer Zeit ins Herz geschlossen haben. Ein einmaliges Erlebnis war der letzte Schultag dort, denn meine Klasse hat mir noch eine Überraschung bereitet. Sie hatten zu meinem Abschied ein Geschenk für mich: zwei Klassenfotos, brasilianische Süßigkeiten und selbstgemachte Karten. Natürlich habe ich mich darüber wahnsinnig gefreut, aber das Schönste war, als ich mich für die gemeinsame Zeit mit ihnen bedankt habe. Denn als Reaktion hatte meine gesamte Klasse Tränen in den Augen. Das war wirklich ein sehr emotionaler und herzergreifender Moment. Dementsprechend ist mir der Abschied wirklich schwergefallen.

 

Schüleraustausch in Brasilien - Erfahrungsbericht von Lea

 

Der Schüleraustausch in Brasilien wird zum Erfolg

In Guarapari bei meiner neuen Gastfamilie angekommen, begrüßte meine Gastmutter mich mit den Worten „meine neue Tochter“. Darüber habe ich mich unfassbar gefreut und mich auch sofort wohlgefühlt. Mittlerweile ist meine Gastfamilie zu meiner zweiten Familie geworden. Ich habe mich sehr schnell eingelebt und ihr Alltag wurde auch zu meinem:

Morgens von 7 bis 12 Uhr habe ich Schule und dann esse ich mit meiner gesamten Gastfamilie zu Mittag. Denn meine Gastmutter kommt dafür von der Arbeit nach Hause. Den Nachmittag verbringe ich größtenteils mit meiner 13-jährigen Gastschwester, wir schauen Netflix, unterhalten uns … oder ich lerne Portugiesisch. Außerdem gehe ich jeden Tag ins Fitnessstudio und habe 2 Mal pro Woche Spanischunterricht. Meine Gastfamilie hat außerdem einmal pro Woche ein Treffen mit Freunden aus der Kirche. Am Samstag waren wir beispielsweise schon am Strand, bei Verwandten zum Churrasco oder bei Aktionen der Kirche. Am Sonntag gehen wir morgens in den Gottesdienst, danach in die Bibelstunde und am Abend noch mal zu einem weiteren Treffen und erneut zum Gottesdienst.

 

Viele weitere Abenteuer warten noch

Wie ihr sehen könnt, habe ich schon unfassbar viel erlebt und gelernt während meines Schüleraustausches in Brasilien. Natürlich folgt auch noch vieles mehr in den nächsten Monaten! Dementsprechend konnte ich euch nur einen groben Gesamtüberblick in meinem Post geben, denn sonst wäre es viel zu lang geworden. Wer allerdings Interesse hat, mehr über mich, mein Auslandsjahr und allgemein über Brasilien zu erfahren, der kann gerne auf meinem Blog vorbeischauen. Dort habe ich schon sehr viel über die Vorbereitungszeit noch in Deutschland, die Schule in Brasilien … geschrieben – Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischauen würdet 🙂

Ansonsten war die Weihnachtszeit ein wirklich komisches Gefühl: ohne Adventszeit, Adventskalender, Geschenke, Christbaum … all das gibt es in Brasilien nicht bzw. meine Gastfamilie hat es nicht.

Liebe Grüße aus Brasilien und Beijos (Küsschen – üblich in Brasilien)
Lea


Danke Lea, dass du uns gezeigt hast, dass der Beginn manchmal schwer ist, aber der Schüleraustausch trotzdem ein voller Erfolg werden kann. Wir wünschen dir noch viel Spaß und viele weitere Abenteuer in Brasilien.

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