Schüleraustausch in den USA - Erfahrungsbericht

Schüleraustausch in den USA: Volley for Hope Day


Leonie ist 16 Jahre alt. Im August 2018 wurde ihr großer Traum wahr, als ihr Flug nach Illinois abhob. Für uns beschrieb sie einen besonderen Tag aus ihrem Schulalltag in den USA: Der Hope Day.


Als ich an diesem Tag aufwachte, wusste ich direkt, dass es ein guter Tag werden würde. Ich zog meine Kleidung an, die aus einer Jeans und einem pinken T-Shirt bestand. Auf der Rückseite des pinken Shirts ist mein Nachname gedruckt und meine Nummer 16 zu sehen. Auf der Vorderseite ist ein Tornado, unser Schulmaskottchen, und „Volley for hope“ aufgedruckt. Denn heute war dieser besondere Tag, der Hope Day! Heute würde unser Volleyballteam das „Volley for Hope“-Spiel haben!

„Volley for Hope“ findet den ganzen Oktober lang in den Vereinigten Staaten statt. Es steht für den Kampf gegen Krebs und dafür, die Menschen zu ehren und denen zu helfen, die den Krebs besiegt haben oder ihn noch bekämpfen.

 

Volley for Hope-Day - Schüleraustausch in den USA

 

Nur eins ist wichtig: Spaß am Hope Day

Dieses Event ist eine große Sache für meine Schule. Der Unterricht startet bei uns um 8.30 Uhr und endet um 15.15 Uhr. In der ersten Stunde haben sich die Volleyballspieler dann mit pinker Farbe im Gesicht bemalt. Wir hatten nach der Schule dann circa eine Stunde Zeit, bis wir wieder zur Schule fahren mussten, weil sich die Volleyballspieler früher trafen. Um kurz vor fünf Uhr sind wir dann losgefahren. Unser Coach wollte uns nur eines sagen – nämlich, dass wir heute Spaß haben sollen. Man merkte, wie sich alle auf dieses Spiel freuten. Es war so eine gute Stimmung in der Sporthalle. Dann hieß es aber auch dekorieren, und zwar in pink.

Um sechs Uhr ging es auch schon los. Ein pinker Ball wurde zu unserem Team gerollt. Man spürte die Anspannung vor dem ersten Aufschlag und es waren so viele Menschen in der Sporthalle, es war einfach unglaublich. Das erste Spiel war knapp, der Punktestand war 25-22 und so hat das gegnerische Team gewonnen. Aber es gab ja noch ein zweites Spiel. Wir feuerten unser Team an wie nie zuvor und ich spürte den school spirit, aber leider verloren wir auch das zweite Spiel. Nun war es Zeit für das Varsity Team der Schule das Spiel zu gewinnen.

 

Rosen für Kampf gegen Krebs

Bevor das aber geschah, stand erstmal der eigentliche Anlass der Veranstaltung, nämlich Menschen zu ehren, die gegen den Krebs kämpfen oder ihn besiegt haben, im Vordergrund. Das Volleyballteam stand mit dem Team Impact der Schule vor der Tribüne und die Teamleiterin trat mit einem Mikrofon hervor. Sie bat einen Jungen hervor, der den Krebs erfolgreich besiegt hat und für den das diesjährige Event gewidmet war. Team Impact hatte Rosen vorbereitet und sie sagten, Menschen, die Krebs haben oder hatten, sollen ihre Hand heben und wir bringen ihnen eine Rose, als Zeichen dafür, dass wir an sie denken und für sie da sind.

Dann trat eine Volleyballspielerin hervor, nahm das Mikrofon und plötzlich hörte man ein Lied aus den Lautsprechern: Das Mädchen sang die Melodien von dem Song „Warrior“ von Demi Lovato. Ich bekam Gänsehaut und ich war bestimmt nicht die Einzige. Wenn man in die Menschenmenge blickte, sah man viele Menschen, die emotional berührt waren oder sogar weinten und ihre liebsten Menschen umarmten. Hände wurden in die Luft gestreckt, als Zeichen für den Kampf gegen den Krebs, und die Schüler nahmen sich eine Rose und gingen zu den Menschen, um sie zu verteilen. Es war eine großartige Sache und unglaublich mit anzusehen.

 

Volley for Hope-Day - Schüleraustausch in den USA

Die Offenheit der Amerikaner ist beeindruckend

Dann war es Zeit für das ganze Volleyballteam, auf das Spielfeld zu gehen und in Richtung der amerikanischen Flagge zu schauen um die Nationalhymne zu hören. Während der Nationalhymne halten sich die Spieler an ihren kleinen Fingern, ein wunderschönes Gefühl. Das Volleyballteam hat mich von Anfang an so liebevoll aufgenommen und ich schätze die Offenheit der Amerikaner sehr. Ich dachte, es wird schwer, als Austauschschüler Freunde zu finden, aber du musst einfach offen und freundlich zu allen sein, und dann gibt sich das wie von allein. Mein bester Ratschlag, den ich geben kann, ist sich einfach zu trauen, Menschen anzusprechen.

Nach der Hymne sind wir zurück zu unseren Plätzen gegangen. Das Junior Varsity Team stellte sich rechts und links hin und klatschte jubelnd in die Hände, denn nun wurde das Varsity Team ausgerufen. Jeder Spieler wurde nun vorgestellt und durfte dann in die Hände des Junior Varsity Teams einklatschen. Sogar die Schüler stellten sich auf einer Seite auf und streckten ihre Hand aus für einen High Five. Dann pfiff der Schiedsrichter und das Spiel ging los.

Es war wieder ein sehr knappes Spiel und man sah, wie sich jeder bemühte, heute am Hope Day sein Bestes zu geben, aber wir hatten Spaß und das war das Wichtigste. Leider verloren wir auch dieses und das zweite Spiel. Dennoch war unser Coach total stolz auf uns, weil wir als ein Volleyballteam zusammengespielt haben.

Nach dem Spiel versuchten wir noch ein gutes Gruppenfoto zu machen, was sich als nicht gerade einfach herausstellte, weil alle einfach erschöpft waren und nach Hause wollten. Als wir zu Hause ankamen, machten wir uns fertig für unseren Wochenendtrip nach Texas. Aber zu meinem Texas-Trip könnt ihr dann mehr auf meinem Auslandsjahr-Blog erfahren.


Danke Leonie, dass du uns einen Einblick in deinen Schüleraustausch gegeben hast. Wir wünschen dir noch eine unvergessliche Zeit in den USA.

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