Schüleraustausch in Australien

Australien-Steckbrief
Hauptstadt
Canberra
Fläche
7.692.024 km²
Währung
Australischer Dollar
Klima
Süden und Osten: gemäßigt
Norden: tropisch
Zentrum: sehr trocken (Wüste)
Staatsform
Parlamentarisch-Demokratische Monarchie
Einwohner
ca. 24,4 Mio.
Sprache
Englisch
Botschaft der Argentinischen Republik
Wallstraße 76-79
10179 Berlin
Tel.: 030-880 08 80
info.berlin@dfat.gov.au
germany.embassy.gov.au


Das Schulsystem in Australien
Im internationalen Vergleich gilt die australische Bildungslandschaft als hoch entwickelt; bei der PISA-Studie schnitt Australien vergleichsweise gut ab.
Ab dem sechsten Lebensjahr sind die Kinder in Australien schulpflichtig. Mit der Vollendung des 15. Lebensjahres (bzw. des 16. Lebensjahres in Tasmanien) endet diese Pflicht.
Die Schuluniform ist obligatorisch und muss selbst finanziert werden. Neben den öffentlichen, die zwischen 5.000 und 13.000 AUD im Jahr kosten, gibt es viele Privatschulen, die in der Regel noch bedeutend teurer sind.
Das Schuljahr ist anders gegliedert, als wir es kennen. Im Gegensatz zu der uns bekannten Aufteilung in zwei Schulhalbjahre wird das Jahr in Australien in vier Terms untergliedert. Der erste beginnt Ende Januar/Anfang Februar, der vierte endet im Dezember. Zwischen den einzelnen Terms gibt es kurze, ca. zweiwöchige Ferien; die großen Sommerferien liegen zwischen Dezember und Januar/Februar und dauern fünf bis sechs Wochen.
Da lange Schulwege in Kauf genommen werden müssen, beginnt der Schultag in Australien verhältnismäßig spät gegen 8.30 Uhr, endet aber dementsprechend erst um ca. 15.30 Uhr. Um die Mittagszeit herum gibt es eine längere, zwischen 45 und 60 Minuten andauernde Pause. Manche Schulen sind mit Cafeterien ausgestattet, die Snacks anbieten. Die Schulstunden dauern zwischen 45 und 55 Minuten.
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Erfahrungsberichte
Jette verbrachte 2018 ein halbes Jahr in Australien.
Mein Auslandshalbjahr verbrachte ich in Australien, sechs Monate Sonne, Strand, neue Freunde, eine nette Gastfamilie und viele neue Erfahrungen. Die ersten Tage in Australien verbrachte ich in Sydney mit einer großen Gruppe aus Deutschen und Österreichern. Wir waren alle zusammen aus Deutschland nach Australien geflogen. Während unserer gemeinsamen Zeit in Sydney machten wir einen kleinen Stadtrundgang, badeten am bekannten Manly Beach, bestaunten die Sydney Opera von innen und genossen den Ausblick auf der Harbour Bridge. Es war einfach traumhaft!
Nachdem die drei wunderbaren Tage in Sydney vorüber waren, kamen wir zu unseren Gastfamilien: Meine Gastfamilie wohnte in Queensland an der Sunshine Coast. Ich flog noch mit vier anderen zum Sunshine Coast Airport. Auf dem Flug war ich sehr aufgeregt. Ich wusste, dass ich bei einer alleinerziehenden Mutter mit zwei kleinen Söhnen leben würde, die auch noch eine norwegische Gastschülerin aufgenommen hatten. Ich hoffte sehr, dass sie alle nett waren und mich gut aufnehmen würden. Am Flughafen angekommen, holten wir gleich unser Gepäck ab. Meine Gastmutter war schon da. Sie begrüßte mich lieb. Ich verabschiedete mich von den anderen und fuhr mit meiner Gastmutter nach Hause. In diesem Moment fühlte es sich nicht so an, als würde ich im Auto einer Fremden sitzen, die allerdings in den nächsten sechs Monaten ein Teil meiner Familie sein würde. Es fühlte sich so an, als wäre ich nach einer dreitägigen Klassenfahrt wieder zu Hause angekommen.
Das Wochenende verbrachten wir im Deer Park, wo wir als Familie zusammen campten. Das war sehr gut, um sich am Anfang kennenzulernen. Nach dem Wochenende kam der Wochenstart und damit auch der erste Schultag an der neuen Schule. Ich war schon etwas nervös davor. Das Gute war, dass ich mir keine Sorgen darüber machen musste, was ich anziehe, denn man musste Schuluniform tragen. Ich fuhr ca. 40 Minuten mit dem Auto zusammen mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zur Burnside State High School, meiner neuen Schule. Den ersten Tag verbrachte ich kaum im Unterricht, sondern eher in des Büros des Schuldirektors und von anderen Angestellten, die sich um Austauschschüler kümmern. Meine erste Stunde war an diesem Tag Englisch, ich kam in der Mitte der Stunde dazu.
Australier sind dafür bekannt, dass sie teilweise undeutlich sprechen und vor allem schnell. Das kann ich nur bestätigen. Ich verstand an meinem ersten Tag noch nicht so viel Englisch, wie ich es gehofft hatte. Das schreckte mich jedoch nicht ab. Zwei Wochen danach konnte ich fast die ganze Zeit dem Unterricht folgen.
Mit Freunden habe ich mich die ersten Tage noch ein wenig schwer getan. Ich habe immer nach Leuten geschaut, mit denen ich mich anfreunden könnte und die mir sympathisch schienen. Ich habe mich immer zu Gruppen dazu gesetzt und einfach bei ihren Gesprächen mitgeredet. Nach ungefähr einer oder zwei Wochen hatte ich mich ganz gut mit einigen aus dem Volleyballteam angefreundet. Ich habe dann auch immer versucht, mich mit ihnen zu verabreden, was sich als schwierig herausstellte, da viele neben der Schule auch arbeiteten und noch andere Pflichten hatten und deshalb nicht viel Zeit. Ich hatte daraufhin versucht, mich immer langfristiger mit Australiern zu verabreden und das hat dann auch besser geklappt. Natürlich habe ich mich auch mit Freunden verabredet, die ich vom Flug aus Deutschland nach Australien kannte und die nicht zu weit weg wohnten.
Einige dieser Freunde wohnten in Noosa, eine Stadt, die mit dem Bus etwa eine bis eineinhalb Stunden entfernt war, doch die Ausflüge haben sich gelohnt. Noosa ist ein sehr schöner Ort mit einem riesigen Strand, es gibt tolle Läden und einen wunderbaren Nationalpark, in dem man, wenn man Glück hat, auch Koalas in freier Wildbahn sehen kann. Während meiner Zeit in Down Under unternahmen wir auch einige Ausflüge mit der Schule, einer davon ging auch in den Noosa-Nationalpark. Außerdem reiste ich mit der Schule für fünf Tage nach Heron Island, eine Insel, die im südlichen Teil des Great Barrier Reef liegt. Das war auf jeden Fall eines der schönsten Erlebnisse, die ich in den sechs Monaten Australien hatte. Wir haben während der fünf Tage viele Ausflüge gemacht und im Meer geschnorchelt. Es war einfach atemberaubend. Es peitschten die Wellen über den Ozean, aber wenn man den Kopf unter Wasser hielt, tauchte man in eine Welt ein, die friedlich und ruhig vor sich hin verweilte. Ich schwamm zusammen mit meinen Mitschülern an riesigen Korallenriffen vorbei, entdeckte die verschiedensten Fischarten, Sting Rays, Manta Rays und kleine Riffhaie. Es war der Wahnsinn.
Ich habe das halbe Jahr in Australien sehr genossen und hätte eigentlich noch länger bleiben können, denn sechs Monate gehen einfach viel zu schnell vorbei, wenn man in ein neues Leben eintaucht. Ich habe in meiner Zeit neue Freundschaften geschlossen und eine neue Familie kennengelernt, die zu meiner zweiten Familie geworden ist. In den sechs Monaten gab es natürlich nicht immer nur schöne Tage, an einigen Tagen habe ich mein Leben in Deutschland sehr vermisst. Im Nachhinein fand ich es sehr wichtig, auch diese Tage zu haben, denn aus denen konnte man lernen, daran wachsen und sich neue Perspektiven aneignen. Ich habe so vieles gelernt und erlebt und bin sehr froh und dankbar, dieses Austauschhalbjahr gemacht zu haben.

Literatur- & Filmtipps
Filme
Australia (2008)
Melodram mit Nicole Kidman, Hugh Jackman u.a.
Long Walk Home (2002)
Filmdrama mit Everlyn Sampi, Tianna Sansbury u.a.
Red Dog (2011)
Dramedy mit Josh Lucas, Rachael Taylor u.a.
The Goddess of 1967 (2000)
The Goddess of 1967 (2000), Roadmovie mit Rose Byrne, Rikiya Kurokawa u.a